Ein kleines unschuldiges Wesen. Verunsichert und irritiert…
Aber zurück zum Anfang.
Balou, ein kleiner Welpe, gerade mal ein paar Wochen alt.
Viel zu früh, um ihn vom Wurf wegzunehmen, doch mehrere Kinder betrachteten ihn als Spielzeug und nahmen ihn mit bis zu ihrem Haus. Sie spielten auf dem Vorplatz mit ihm, wie mit einem Ball.
Sie zogen ihn an den kleinen Öhrchen, warfen ihn hin und her und wussten nicht, trotz Ermahnung, was sie da tun. Wir versuchten in der Zwischenzeit eine Lösung zu finden…wie schon so oft bei den vielen tollen Strassenhunden.
Zum Glück war das ganze nur von kurzer Dauer und die Kinder mussten nach Hause.
Sie setzten ihn auf der Strasse vor ein geparktes Auto, liessen ihn da alleine sitzen und gingen weg.
Auf Nachfrage, wo sie den Kleinen weggenommen haben, bekam man keine Antwort…
Daraufhin brachten wir ihn in den Garten unseres Nachbarn, damit er in Sicherheit ist. Dort erhielt er dann Wasser und Futter und nächsten Tag fuhren wir direkt für einen Checkup zum Tierarzt.
Körperlich war er gesund, aber es hinterlässt mit Sicherheit Spuren in der Psyche eines jungen Hundes, wenn er so etwas in den ersten Wochen seines Lebens erlebt. Umso erstaunlicher, wie freundlich und offen der Kleine mit Menschen und anderen Tieren umgeht.
Daraufhin suchten wir nach jemandem, der Hundeerfahrung hat und bereit war ihn zu adoptieren…
Gesagt, getan…Nach kurzer Zeit erklärte sich eine Patientin von uns (www.high-smile.com) bereit den Kleinen zu nehmen.
Sie wollte ohnehin einen zweiten Hund zu ihrer Deutschen Dogge.
Somit begann eine spannende Reise für den Kleinen. Er wurde komplett durchgeimpft, gechipt, ein Pass erstellt usw.
Da aber erst nach Ablauf einer gewissen Frist die Blutkontrolle für die Titer der Tollwutresistenz gemacht werden kann, brauchte der Kleine einen Platz an dem er für diese Zeit bleiben kann.
Da kam ein Bekannter ins Spiel der für viele Hunde schon die Rettung war. Er nimmt Hunde in solch schwierigen Situationen auf und sorgt für sie. Für ihn ist nicht nur die Sicherheit und die Futtergabe wichtig, sondern auch, dass die Hunde lernen mit Menschen umzugehen und ihnen zu vertrauen. Auch Welpen wie Balou brauchen spezielle Aufmerksamkeit. Er gibt ihnen die Möglichkeit, in einem abgeschirmten Bereich mit Hunden ihrer Alterskategorie zu spielen und zu lernen, wie es in einem Rudel läuft, um sich sozial zu entwickeln.


Dies sind wichtige Punkte für die komplette, weitere Entwicklung und ihre spätere Integration in Familien.
Wie ihr bereits gelesen habt, hat die Adoptivfamilie ihm bereits den Namen Balou gegeben.
Seine neue Besitzerin war mehrfach bei ihm zu Besuch, damit er sie kennenlernen konnte, ihren Geruch aufnehmen und vertrauen zu ihr aufbauen konnte.


In der Woche der Abreise im März waren noch einige administrative Dinge zu erledigen…nochmals beim Tierarzt vorbei, bei verschiedenen Ämtern und zu allerletzt noch der Besuch mit dem Hund auf dem Ministerium, dass den Chip des Hundes nochmals kontrolliert und die Ausreisepapiere vervollständigt.
Da in einem südlichen Land alles ein wenig gemütlicher abläuft, hat sich das in die Länge gezogen.
Am Ende waren es zwei Tage Rennerei von einem Punkt zum nächsten…aber am Ende waren alle Dokumente zusammen und der Flug für Balou konnte gebucht werden.
Daraufhin begann das Training mit der Hundebox…damit er am Tag des Fluges keine Angst davor hat.
Das klappte erstaunlich gut und schnell. Er erkannte, dass ihm in der Box nichts passiert und nahm sie an. Er war bereits beim Training und auch am Tag des Abfluges total cool und relaxed in der Box.
Sie gab ihm ein Gefühl von Sicherheit und so war es überhaupt kein Problem für ihn.
Auch am Flughafen verhielt er sich total toll! Er war neugierig was da alles so los ist, aber er hatte keine Angst.
Wir waren mehrere Leute. Alles ihm bekannte Menschen, bei denen er wusste, es passiert ihm nichts. So war es für ihn klar, dass er da einfach ganz cool mitgehen kann.

Kaum den Check-In hinter sich gebracht, wurden wir von einem sehr netten Herrn in den Sicherheitsbereich gebracht, wo die Box und der Hund nochmals kontrolliert wurden und der Hund auf einen Wagen verladen wurde, der ihn gleich im Anschluss zum Flugzeug bringt.
Er war total entspannt, hat auf seiner Leckerei rumgeknabbert und null Anstalten gemacht, Angst zu bekommen.
Somit „Gute Reise“ kleiner Kerl!
Diese Situation stimmt einen irgendwie traurig und dennoch glücklich!
Denn ein kleines, unschuldiges Lebewesen, mit dem weiss Gott was passiert wäre, wäre er auf der Strasse geblieben, hat eine Chance auf ein tolles Leben in einer super Familie bekommen.
Dort bekommt er nicht nur einen liebevollen Platz, sondern auch eine Spielkameradin, die Deutsche Dogge namens „Mia“.
Zurück zur Reise…Als der Flieger in Dresden landete, beeilten sich die Damen, vor dem Hund bei der Gepäckausgabe zu sein. Als er dann in die Halle kam, war er ruhig und entspannt aber dennoch neugierig. Seine Box war trocken und sauber. Ein gutes Zeichen, wenn ein Hund so etwas zum ersten Mal erlebt.
Beim Zoll noch alles vorzeigen und dann schleunigst raus aus dem Gebäude, um Balou endlich aus der Box holen zu dürfen.
Er war aufgeregt und freute sich. Noch schnell sein Geschäft erledigen und dann ab ins Auto, nach Hause.
Er legte sich auf die Rückbank, kuschelte sich an seine neue Besitzerin und schlief völlig entspannt ein.
Wie war das aufeinandertreffen von Balou und Mia und wie ging es weiter, lesen Sie im nächsten Beitrag….dieser folgt.


Ich kenne die Familie und ich weiß, Balou hätte nichts Besseres passieren können. Habe ihn auch schon kennen gelernt und er ist wirklich toll,
Ich finde die Geschichte so rührend und bin schon ganz gespannt wie es mit den beiden Hunden weitergeht.